Baustopp

by kuire posted April 29, 2013 category Nepal Reloaded

Man könnte davon ausgehen, dass bis heute die Bauarbeiten zur effizienteren Nutzung der Wasserressourcen im Waisenhaus Tathali ein grosses Stück vorwärts gekommen sind. Auf dem Papier stimmt das vielleicht, doch davon ist noch nicht viel zu sehen.

Bevor das gesammelte Regenwasser im unterirdischen Tank gespeichert wird, fliesst es durch einen Grobfilter. Im Zuge der effizienteren Nutzung der Wasserressourcen soll dieser umgebaut werden. Bis heute beschränken sich die sichtbaren Veränderungen jedoch auf die Offenlegung des Filters.

Der Filter, quasi das Herz der bevorstehenden Operation, liegt offen und wäre bereit die geplanten Veränderungen zu erfahren. Leider gestaltete sich die Umsetzung von Baumassnahmen wiederum schwieriger als geplant. Ich musste einsehen, dass die unvermeidbare Einbindung unterschiedlicher Akteure zu einer Potenzierung der gewohnt langen Zeitspanne führt, die es in Nepal einfach braucht, um Dinge in Bewegung zu setzen. Hinzu kamen die ungünstige Anhäufung von Festtagen, Streiks und schliesslich auch noch lang anhaltende Regenfälle, die für diese Jahreszeit unüblich sind.  Kurz vor meinen knapp zweiwöchigen Ferien musste ich deshalb den Baustopp ausrufen – wenn denn überhaupt von einem solchen die Rede sein kann, da dies ja ein vorangehender Bau bedingt. Ich musste mich damit begnügen alles Material zu bestellen, so dass die Bauarbeiten nach den Ferien unverzüglich vorangetrieben werden können. Um in dieser kritischen Phase vor Ort sein zu können, werde ich meinen Aufenthalt wohl um einige Wochen verlängern.

Im Vordergrund sind die aufgetürmten Backsteine und das Kies sichtbar, die für die Erweiterung der bestehenden Biogasanlage durch eine nachgeschaltete zweite Stufe gebraucht werden. Der zweite Reaktor, dessen weisse Kuppel gut ersichtlich ist, wird bald mit Kuhmist gefüllt, getestet und in Betrieb genommen.

Zumindest auf den Nebenbaustellen werden Fortschritte verzeichnet: Die Biogasanlage, die durch eine zweite Stufe ausgebaut wird und somit effizienter genutzt werden kann, steht kurz vor der Inbetriebnahme. Auch erhielt ich heute die freudige Nachricht, dass mein Artikel über das Projekt in Mustang im Magazin Entwicklung und Zusammenarbeit sowohl in deutscher als auch in englischer Fassung online geschaltet worden ist.

Es läuft zwar nicht alles wie es soll, aber es läuft wenigstens etwas, und das ist die Hauptsache.

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